Wer bin ich und was mache ich hier?
 
Seit vielen Jahren hat Musik eine Hauptrolle in meinem Leben. Mal mehr, mal weniger ernsthaft. Vieles davon basiert auf Sampling, also auf Werken anderer Künstler. Egal ob als Sample oder als Inspiration: die Arbeit anderer Menschen spielt bei mir eine enorm große Rolle. Wer das liest, kennt mich und meine Musik schon. Was aber die wenigsten wissen, weil ich da einfach nicht drüber rede: ich möchte vieles anders machen als es bisher von den großen Lichtern dieser Subkultur gemacht wurde...
 
Hierarchie - Niemand ist zu klein oder bedeutungslos als das ich nicht mit ihr oder ihm zusammenarbeite. Von Anfang an wollte ich diesen mentalen Genreknast überwinden. Oftmals höre ich dann Marketing-Argumente, man brauche eine Schablone, ein Image an dem sich die "Kunden" orientieren können. I don't care. Wenn die Stimmung passt und die Skills da sind, bin ich für jeden Sch*** zu haben. Musik soll verbinden, über Grenzen, Geschlechter, Vorlieben, Hautfarben und Glauben hinweg. Das kann Sie nur wenn man Sie frei lässt. Ich habe kein Herz für all die Image-Protektionisten.
 
Gleichberechtigung – Ich arbeite primär mit Frauen zusammen. Momentan vor allem im Bereich Cover, Artwork und Videos. Fast alle Aufträge die es bisher gab sind an Frauen gegangen. Für Vocals bzw. Features habe ich enorm viele Frauen angefragt aber leider bisher nur weniges umsetzen können. Es liegt nicht am Willen, eher an der Gelegenheit und daran dass einige sich immer noch nicht so richtig trauen sich selbst zu verwirklichen. Das können wir ändern wenn wir immer wieder Kontakt suchen. Wir müssen dran bleiben.
 
Rassismus – Anfang des Jahres 2020 habe ich mir viele Gedanken gemacht über die schwarze Musik die ich da fast täglich sample. Was ist das was ich da höre, in welchem Umfeld ist es entstanden? Was soll es ausdrücken und wie passt das in die heutige Zeit? Rausgekommen ist eine EP in der ich das alles verarbeitet habe. Bei jeder Gelegenheit habe und werde ich über Sinn und Zweck dieser EP sprechen und schreiben: die Seele des Jazz erkennen, erfassen und für sich selbst adaptieren. Und sich dabei immer bewusst machen, wessen Erbe man damit in den Händen hält: die Hoffnungen und Träume von Nachfahren der afrikanischen Sklaven. Wenn man sich heute umschaut und den Menschen in der Szene zuhört, fällt einem gar nicht mehr auf, das dort zu oft etwas Wesentliches fehlt: Dankbarkeit und Demut. Wir müssen weiter drüber reden.
 
Bin gespannt, ob alle bald wieder zum Daily Business übergehen und die ganze Sch**** um sich herum akzeptieren, oder ob die Empathie der Menschen endlich Bestand hat. Ich werde diesen Weg auf jeden Fall weiter gehen und glaube fest daran dass jeder von uns die Kraft in sich trägt etwas zu verändern.
 
 
Mit den Einnahmen aus meiner Musik werden regelmäßig folgende Projekte mit Spenden unterstützt:
 
 
Schreibt mir eure Fragen, Ideen oder Wünsche gern an:
 
kontakt @ ichbindabey . de
 
Peace!